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Verschiebung

Wie gehe ich vor, um den WK zu verschieben?
Ein Verschiebungsgesuch solltest du mindestens 2 Monate vor der Dienstleistung stellen. Wenn du es später einreichst, solltest du begründen weshalb. Tritt der Grund erst einige Tage vor der Militärdienstleistung (letzte Woche vor Dienst) auf, musst du dich direkt an den Einheitskommandanten wenden. Studierende müssen das Gesuch unmittelbar nach Bekanntgabe von Lehrplänen oder Prüfungsterminen einreichen.
Als Titel schreibst du «Gesuch um Verschiebung des WK vom ...» und bezeichnest den Grund der Verschiebung.
Beigelegt werden sollten das Dienstbüchlein und Bestätigungen vom Arbeitgeber oder Studienbescheinigung etc. Angegeben werden soll auch, wann der Dienst nachgeholt werden kann. Wird es abgelehnt, hilft manchmal ein Wiedererwägungsgesuch oder ein Telefonanruf ans VBS beim zuständigen Bundesamt.
Adressaten:
Kreiskommando des Wohnortkantons. Höhere Grade (zB. Hauptleute) auf dem Dienstweg an den Führungsstab der Armee.

Was muss ich tun, wenn ich ins Ausland will?
Wer plant, länger als ein Jahr im Ausland zu leben oder in der Zeit der Auslandabwesenheit einen Militärdienst leisten sollte, muss so früh als möglich ein «Gesuch um Auslandurlaub» beim Kreiskommando einreichen. Dazu gehört eine Begründung, das Dienstbüchlein, Beweismittel, Abreisetag und Aufenthaltsort im Ausland. Vor der RS wird es nur bei ziemlich triftigen Gründen bewilligt: Studium, Auswanderung mit konkretem Ziel, nachgewiesene Berufstätigkeit im Ausland. Ein Gesuch wird in der Regel nicht bewilligt, wenn das Aufgebot bereits verschickt wurde.
Im Ausland hat man sich bei der Botschaft anzumelden und während drei Jahren Wehrpflichtersatz zu zahlen. Vor Bewilligung des Auslandsurlaubes kann die Behörde verlangen, den Wehrpflichtersatz zum voraus zu bezahlen.
Wer trotz Bewilligung in der Schweiz bleibt, kann wegen «Dienstpflichtbetrug» (Art. 96 MStG) zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Kehrt man für länger als drei Monate in die Schweiz zurück, muss man sich anmelden. Nach Absprache mit dem Sektionschef kann die Frist für die definitive Anmeldung auf sechs Monate verlängert werden. Wer im grenznahen Ausland lebt oder in der Schweiz berufstätig ist (Grenzgänger), bleibt dienstpflichtig.
Wer länger als sechs Jahre ununterbrochen (ausgenommen Ferien) im Ausland lebte und nicht benötigt wird, wird in den Zivilschutz umgeteilt. Es kann aber ein Wiedereinteilungsgesuch gestellt werden. In letzter Zeit wurden aber auch Leute mit sehr langem Auslandaufenthalt nach ihrer Rückkehr wegen «Benötigung» wieder zum Militärdienst aufgeboten.
Wer ohne Bewilligung längere Zeit ohne Bewilligung ins Ausland abreist, muss mit einem Verfahren wegen Dienstversäumnis und einer Busse oder Haftstrafe rechnen. Bei einem Grenzübertritt in die Schweiz kann man verhaftet und einem Untersuchungsrichter zugeführt werden.

Was geschieht, wenn ich Militärdienst leisten müsste, aber ohne militärische Erlaubnis in die Ferien verreise?
Die Behörden werden dann ein Verfahren wegen «Dienstversäumnis» einleiten, welches mit einer Busse oder bedingten Gefängnisstrafe endet. Dabei kann es geschehen, dass man an der schweizerischen Grenze bei der Passkontrolle verhaftet und dem zuständigen Untersuchungsrichter zugeführt wird. Wenn man Pech hat, muss man ein, zwei Nächte in einer Gefängniszelle schlafen.
In diesen Fällen ist es empfehlenswert, möglichst frühzeitig mit dem kantonalen Militärdirektion oder wenn bekannt mit dem zuständigen Untersuchungsrichter oder Auditor Kontakt aufzunehmen und gegen freies Geleit zuzusichern, dass man sich bei der Untersuchungsbehörde meldet.

Aus welchen Gründen kann die RS/ein WK verschoben werden?
Die besten Erfolgschancen haben Verschiebungsgesuche für die RS, die mit einer zeitlich festgesetzten Ausbildung begründet werden. Bei einer WK-Verschiebung müssten in diese Zeit wichtige Prüfungen fallen. Verschiebungsgrund kann auch eine momentane Unabkömmlichkeit im Betrieb sein wegen bestimmter Aufträge. Die Unabkömmlichkeit muss aber zeitlich begrenzt sein und nicht über mehrere Jahre hinweg dauern. Kann nach Meinung der Militärbeamten auch nur ein ein- oder mehrtägiger Urlaub genügen (z. B. bei Geburt eines Kindes) wird der Wehrpflichtige darauf verwiesen. Eine Unabkömmlichkeit muss auf jeden Fall zeitlich begrenzt sein und darf nicht über mehrere Jahre hinweg dauern (ausgenommen mehrjährige Ausbildung). Angegeben werden soll im Gesuch auch, wann der Dienst nachgeholt werden kann. Besondere Chancen auf Gutheissung besteht, wenn der Dienst schon vorgeholt werden kann.