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Weitermachen

Das VBS (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) hat Schwierigkeiten, genügend fähige Freiwillige für das Kader und besonders für die Unteroffiziersschulen zu finden. Etwa 20 bis 30 Prozent aller Rekruten werden ? freiwillig oder unfreiwillig ? zum Weitermachen verpflichtet. Unteroffiziersanwärter wird derjenige, der sich für freiwillig die Weiterausbildung meldet oder wer im Verlauf der Rekrutenschule vom zuständigen Offizier für das Weitermachen in Betracht gezogen wurde.

Schon bei der Rekrutierung wird geschaut, wer dafür in Frage kommt und die Anwärter für die Ausbildung zum Unteroffizier (UO) in der RS dann in ihrer Kontaktfreudigkeit und Belastbarkeit beurteilt. Dazu wird für jeden Anwärter ein Dossier eröffnet. Zu Beurteilen hat das der Instruktionsoffizier, er wird dem Schulkommandanten die entsprechenden Vorschläge zum Absegnen unterbreiten.

Bei der Beurteilung hat in erster Linie die Eignung für die Unteroffiziersfunktion Priorität, weniger wichtig ist das Einverständnis. Im Klartext: Wer zumindest genügende Leistungen in der Rekrutenschule erbracht hat und vor allem einigermassen gut mit seinen Kollegen auskommt, muss - ob er will oder nicht - damit rechnen, zum Weitermachen vorgeschlagen zu werden. Wer ungenügende Leistungen erbringt - vor allem also über ungenügende zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügt - hat auch bei freiwilliger Meldung wenig Chancen.

Mehr dazu:
Broschüre «Gezwungen zum Unteroffizier» bei uns für Fr.10.- erhältlich

Sich wehren!

Es empfiehlt sich, von Anfang der RS an deutlich zu machen, dass du nicht «ihr Mann» bist und sich die Vorgesetzten Schwierigkeiten und Zeitverluste einhandeln, wenn sie am Vorschlag festhalten sollten.

Auch Schiessuntaugliche aus ärztlichen Gründen können zum Weitermachen vorgeschlagen werden. Zuerst wird aber abgeklärt, ob wegen des Weitermachens weitere gesundheitliche Schädigungen zu erwarten sind und ob der VBS-Waffenchef mit dem Vorschlag einverstanden ist. Nicht für die Unteroffiziers-Schule (UOS) in Frage kommt, wer zum waffenlosen Militärdienst aus Gewissensgründen zugelassen wurde.

Ist der Vorschlag einmal da, braucht es einige Anstrengungen um ihn wieder wegzubringen. Tipps dazu findest du in unserer Broschüre «Gezwungen zum...». Dagegen kommt es eigentlich kaum vor, dass Leute zu Offiziersfunktion gezwungen werden - obwohl das Militär auch dazu die gesetzlichen Voraussetzungen hätte. Doch ist das Einverständnis zum Off einmal gegeben, ist es schwierig es wieder zurückzunehmen.

Mehr darüber:
Broschüre «Gegen den Zwang zum Weitermachen», bei uns für Fr.10.- erhältlich
FAQ zum Weitermachen